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Geschichte


Zur historischen Entwicklung des Dorfes Klein Zicker und seines Zollhauses

Wo die sandige Nehrung des “Hakens” mit ihrer günstigen Verkehrsverbindung nach Thiessow hinsich dem sanft ansteigenden Inselkern von Klein Zicker nähert , erbaut man die ersten hochwasserfreien bäuerlichen Höfe. An dieser Nahtstelle bot sich Zugang zum etwas ausgebuchteten, flacheren südlichen Strand und zum östlichen, windgeschütztem geschwungenen, hafenähnlichen Ufer des Zicker See für Fischerei, Schifffahrt und Verkehr.
Im Zuge der feudalen Expansion erobern und Zerstören die Dänen 1168 das zentrale slawische Heiligtum, die Tempelburg Arkona (Jaromarsburg).
Fürst Jaromar I von Rügen muß die Oberhoheit des dänischen Königs anerkennen. Das Land wird christianisiert und kirchlich dem Bistum Roskilde unterstellt.

Der slawische Name der Siedlung (“Meisenort”) wird 1360 beim Verkauf der Halbinsel Zicker durch die Familie von Bonow an das Kloster Eldena mit einem Hof erwähnt, den mit seinem auffallenden Besitz von zwei Landhufen ( ca. 40 ha) ein klösterliches Register von 1532 mit 32 Mark Pacht bewertet.
Bei der Reichssteuer und der Türkensteuer 1577 wird dieser Hof stets mit hohen Summen von 1 Gulden 12 Schilling berechnet, damit gehörte er zu den größten Mönchguter Bauerngehöften des Mittelalters.
Die erste urkundliche Erwähnung von Lotsen aus Klein Zicker 1687 führte bis zur königlich Schwedischen Lotsenstation 1814 mit vereidigten Lotsen, welche zuerst nur die ausfahrenden Schiffe nordwärts der Stubber Bank durch das Landtief begleiten durften. Die Abschaffung der Leibeigenschaft 1806/1810, der auch noch die bäuerlich fundierten Lotsen verpflichtet waren, ergab eine Erhöhung des an die Pfandherrschaft in Phillipshagen zu zahlenden Dienstgeldes und veranlaßte 1814 drei Lotsen, wegen günstiger Anfangsbedingungen nach dem neu gegründeten Neu Reddevitz unter Herrschaft Putbus umsiedeln.
Nach Beendigung der Napoleonischen Kriege 1815 kommt Schwedisch – Pommern an das Königreich Preußen.

1844 wurde von der Zollverwaltung für zwei Zollbeamte ein Gebäude mit Stallung errichtet. Man stellte drei Zollbootsfahrer für die zwei eignen Zollboote in Klein Zicker ein, da die Zollabfertigung bis dahin mit Verzögerung für die Schiffer und Kaufleute noch auf den Lotsenbooten durchgeführt werden mußte. Die im Zollbeamtenhaus in Lobbe bis dahin stationierten Angestellten hatten zudem immer erst einen Fußweg bis zum eingesetzten Lotsenboot unternehmen müssen.
Der zentral gelegene neue “Ansageposten” in Klein Zicker brachte die notwendige Trennung beider Gewerbe.
1847 erwarben fünf Bünder und Lotsen ihre ca. 1/2 ha großen Gehöfte zu je 150 Taler von der Preußischen Regierung, 1874 wurden weitere Parzellen an Lotsen, Schiffer, Gastwirte, Bootsfahrer und Fischer verkauft, wobei sich die berufliche Struktur des Dorfes abzeichnete.
Ab 1859 gehören die Lotsen von Klein Zicker zur Königlich Preußischen Lotsenstation Thiessow. Nachdem die von der Regierung beabsichtigte Ansiedlung von weiteren Lotsen und ihre Umsiedlung nach Thiessow abgeschlossen war und das dafür reservierte Pachtland nicht mehr benötigt wurde, konnte der Vollbauer in Klein Zicker 1872 nun 28 ha großen Hof für 2770 Taler erwerben

Mitte des 19. Jahrhunderts setzte auch im Mönchsguter Land der Fremdenverkehr stärker ein und es entstanden besonders an der Ostküste Rügens die heute noch bekannten Ostseebäder aus den einst verträumten Fischer- und Bauerndörfern, wie Binz, Baabe, Sellin und Göhren. Das Mönchguter Land hat sich seine Ursprünglichkeit jedoch weitestgehend bewahrt.

Nach 1945 wurde der Betrieb der Zollstation eingestellt, der Hof als Wohnhaus
genutzt. Der Kleine Zicker wurde von der sowjetischen Armee zu militärischen
Zwecken bis 1992 besetzt und eine Radarstation betrieben.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands hat die Familie Milke 1991 den Hof
erworben und das alte Zollhaus zum Cafe/Pension “Zollhaus” umgestaltet,
welches zu einem Kleinod von Klein Zicker zählen kann und all seinen Gästen
einen angenehmen Aufenthalt und Erholung wünscht.

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